HR gegen Rechts?

„Unsere Generation wird eines Tages nicht nur die ätzenden Worte und schlimmen Taten der schlechten Menschen zu bereuen haben, sondern auch das furchtbare Schweigen der guten.“
Martin Luther King

Völlig verschreckt müssen wir in diesen Tagen zur Kenntnis nehmen, dass jahreslang eine Gruppe von Rechtsradikalen quer durch die Republik Mitbürger wohl aus blanken Hass gegen alles Andersdenkende mordet. Ohne dass die Sicherheitsorgane dies mitbekommen hätten, oder haben vielleicht einige „Staatsvertreter“ dies nicht mitbekommen wollen?

Zu leicht sollten wir es uns aber nicht machen, indem wir die Verantwortung auf die Politik, die Verfassungsorgane und notwendige Untersuchungskommissionen abschieben. Es sind zwar nur (?) rund 25.000 Menschen, die man dem rechtsextremen Spektrum zuordnen kann (Quelle Netz gegen Nazis). Ein nicht kleiner Teil von ihnen terrorisiert uns aber schon jahrzehntelang durch seine Hass- und Hetzparolen und vermeintlich marziale Aufmärsche, ohne das wir die dahinterstehende Gefahr der langsamen Akzeptanz zur Kenntnis nehmen wollten. Dieser Terror durch Halbwahrheiten und Lügen im Schwerpunkt gegen Migranten erreicht nun auch durch die intensive Nutzung der Web 2.0 Technologien und subversive Ansprache von Kindern und Jugendlichen zunehmend neue Qualität.

Alle von uns sind in irgendeiner Weise Migranten, der Berliner in München, die Sächsin, die in Saarbrücken arbeitet oder eben der Türke, der jetzt in Stuttgart lebt. Migration gab es zu allen Zeiten und ohne sie, gäbe es keine Kultur sondern nur „kulturelle Inzucht“.

Auch wenn wir Personaler aus gutem Grund in den Unternehmen dafür sorgen, dass der Betriebsfrieden nicht durch parteipolitische Bestätigung gestört wird, so richtet sich doch dieses krude braune Gedankengut gegen unsere Gesellschaftsform und damit auch gegen unternehmerisches Wirken.

Es gibt sehr viele personalwirtschaftliche Initiativen im gesellschaftspolitischen Bereich wie Bachelor welcome oder Mint. Aber es gibt kein „HR gegen Rechts. Sollten aber nicht gerade wir Personaler Verantwortung nach außen stärker zeigen? Gerade die Migranten haben doch seit den 1960er Jahren mit dafür gesorgt, dass wir gerade in diesen Zeiten noch immer eines der reichsten Länder sind – um nur ein ganz pragmatisches Argument zu bringen? Und reicht es denn wirklich, nur „Diversity“-Programme aufzulegen?

Es sollte an der Zeit sein, dass wir Personaler uns laut und vernehmlich gegen alle die stellen, die unseren gesellschaftspolitischen Weg der Individualität zerstören wollen. Ein „Human Resources (HR) gegen Rechts“ stünde der DGFP, der HR Alliance oder dem Human Resources Forum in XING sicherlich gut zu Gesicht. Denn gerade Personalverantwortliche haben eine besondere Verantwortung gegenüber den Menschen.

Auf der Seite Netz gegen Nazis kann sich übrigens jede/r aktiv beteiligen.

Albert Schweizer mahnt uns: „Wir müssen aus dem Schlafe erwachen und unsere Verantwortung sehen.“

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