Nutzen Sie soziale Netzwerke

„Wie war den Ihr Hotel auf Mallorca? Sie haben da ja tolle Bilder auf Facebook eingestellt.“ Was die Personalleiterin noch rein sportlich zum Gesprächseinstieg als „Eisbrecher“ fragte, erzeugte beim Bewerber ein ungutes Gefühl. Was hat sie sonst noch so gefunden?

Logos Social MediaEs ist müßig der Frage nachzugehen, ob der oder die „googelnden“ Personaler/in sich ethisch vertretbar verhält oder doch Ihre Privatsphäre verletzt; die Frage ist längst beantwortet. Mehr als jede/r zweite tut dies, so sowohl in einer Studie der Universität Erfurt “Der Einfluss sozialer Netzwerkseiten auf den Bewerbungs- und Rekrutierungsprozess” wie auch in einer BITKOM Veröffentlichung aus dem Oktober 2011 nachlesbar.

Daran wird auch der von der SPD in den Bundestag eingebrachte Drucksache (17/7176, 27. 09. 2011) zur Verschärfung der von der Bundesregierung vorgelegten Neufassung des BDSG mit dem Tenor „Erkundigungen bei Dritten über den Bewerber außerhalb der vom Bewerber angegebenen Referenzen sind unzulässig“ nichts ändern. Die berufliche Neugier ist einfach zu groß und wie sollen Sie diese auch beweisen? Sie selbst haben doch auch diese Informationen „öffentlich“ ins Netz gestellt.

Und den Entscheidern geht es nicht darum, von dritter Seite etwas über Ihre fachliche Qualifikation zu lesen. Nein, man möchte einfach schon vor einem möglichen Gespräch etwas zu Ihrem außerfachlichen Verhalten und Engagement wissen. Denn die Bewerbungsunterlagen sind häufig unbrauchbar. Rund 35 % sind schlichtweg unbefriedigend – und daran hat sich in den letzten Jahren trotz vieler Ratgeber nichts geändert (Zahlen: sowohl in Junge Karriere, 2007 wie auch bei Rundsted & Partner, 2011). Hier helfen Ihnen aber schon meine Tipps zum innovativen Lebenslauf.

Wenn nun die Onlinesuche nach Ihrem Verhalten so ist, dann sollten Sie sich dieses Verhalten mit einem sinnvollen Einsatz von Web 2.0 Tools aber auch zunutze machen:

  • Prüfen Sie zuerst, was und wo im Internet schon unter Ihrem Namen gespeichert ist. Nutzen sie nicht nur Google sondern auch Bing oder spezielle Personensuchmaschinen wie yasni.de, 123people.de und pipl.com. Finden Sie dabei „unglückliche“ Fotos von Ihnen, verlangen Sie nach dem Urheberrecht einfach die Entfernung
  • Überprüfen Sie in Ihren Sozialen Netzwerken wie Facebook oder Google+ Ihre „Privatsphäre-Einstellungen“ und stellen Sie diese so ein, dass nur noch Ihr privater Freundeskreis Zugriff hat.
  • Erstellen Sie weitere, jetzt aber dann „öffentliche „Berufs-„Profile“, die Sie mit interessanten Informationen über Ihre berufsnahen Aktivitäten für potenzielle Arbeitgeber füllen können. Nutzen Sie hier insbesondere XING, das auch einen großen Forenteil bietet.
    Linedin ist zwar ebenfalls ein interessantes Business-Netzwerk, ist aber mehr international ausgerichtet und bietet kein Forum zum Austausch.
    Facebook wird übrigens von 71 % der Fach- und Führungskräfte für eine Stellensuche als nicht geeignet eingestuft, nur 5 % halten es für geeignet, so Jobware in einer Presseerklärung. Nutzen Sie Facebook daher nur privat.
  • Beteiligen Sie sich aktiv in entsprechenden Berufsforen und bloggen Sie Ihre Meinung – machen Sie sich bekannt und fachlich anerkannt.
  • Nutzen Sie dort, wo Sie privat nach der Lösung eines Problems suchen, die Möglichkeit sich unter einem „Nickname“ und mit einer eigenen E-Mailadresse anzumelden.
  • Und wer schnell über aktuelle Stellenangebote informiert sein will, sollte nicht nur die einschlägigen Jobbörsen durchforsten. Da bereits rund 360.000 Angebote auch getwittert werden, sollte man auch den entsprechenden Twitter-Dienst nutzen.

Noch stärkere Chancen haben Sie aber, wenn Sie sich zielorientiert mit Ihrem Nutzen direkt selbst in Ihrem potenziellen Markt bewerben.

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