Das Vorstellungsgespräch

vorstellungsgespraechHerzlichen Glückwunsch, Sie sind zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen worden, denn sind Sie unter den letzten drei bis fünf Bewerbungen.

Jetzt heißt es sich gut darauf vorzzbereiten. Und denken Sie daran, im Gespräch wirken weniger das Fachwissen, für das man Sie eingeladen hat, sondern im Wesentlichen Ihr persönlicher Eindruck, Ihre Erscheinung und Ihr sprachliches Vermögen (Quelle: Studie v. Prof. Albert Mehrabian, 1967). Und dieser erste Eindruck bildet sich in den ersten Minuten von Ihrem gesamten Auftritt.

Ihre Vorbereitung

  • Informieren Sie sich im Internet, der Presse und weiteren Quellen über das Unternehmen und die Anforderungen. Achten Sie besonders darauf, wie sich das Unternehmen selbst präsentiert
  • prüfen Sie, wer Ihre Gesprächspartner sind, vielleicht stehen Ihre Profile auf XING oder LinkedIn, und was diese Sie möglicherweise fragen könnten
  • machen Sie sich selbst klar, welche Punkte in Ihrer Bewerbung kritisch sein könnten und bereiten Sie die Antworten auf diese Fragen gut vor
  • beobachten Sie Ihre Körpersprache im Spiegel und fragen Sie auch Freunde um deren Meinung
  • überlegen Sie genau, was Sie anziehen und verzichten Sie auf Rasierwasser oder Parfum
  • fragen Sie sich, wie Sie dort hinkommen und machen Sie sich mit der Örtlichkeit vertraut; kalkulieren Sie das Wetter und Verkehrsstörungen ein; sich 5 Minuten vor der Zeit anzumelden ist genau richtig
  • … und schalten Sie vor dem Gesprächsbeginn Ihr Mobiltelefon aus!

Rechnen Sie auch mit aus Ihrer Sicht skurrilen Fragen wie diese: »Wenn der Schokoriegel Mars eine Person wäre, wie wäre sie?«. Ihr Gesprächspartner stellen gelegentlich solche Fragen, um Ihr kritisches Denkvermögen, die dafür notwendige Kreativität, Ihre Problemlösungskompetenz herauszufordern und zu testen. Eine kleine Sammlung solcher Fragen finden Sie z.B. bei Glassdoor, 03/2016.

Das Gespräch

Jetzt entscheidet Ihre Persönlichkeit und Ihr Verhalten ob Sie zur Aufgabe und den Mitarbeitern passen.

Positiv im Gespräch wirken daher in der Regel

  • wenn Sie Blickkontakt halten, denn dies ist der Schlüssel zu guter Kommunikation
  • wenn Sie angemessen laut und deutlich sprechen
  • wenn Sie Ihren Gesprächspartner ausreden lassen
  • wenn Sie sich in Körper- und Handhaltung offen zeigen
  • wenn Sie kurz und knapp antworten, ohne unhöflich zu sein
  • wenn Sie konkrete Fragen zu Aufgabe, Arbeitsinhalt und Ihre Einbindung in die Arbeitsprozesse stellen können
  • … und antworten Sie auf Fragen nach der Methode: Was war das Problem, was Ihr Beitrag und insbesondere was die Lösung oder das Ergebnis.

Negativ wirken auf jeden Fall

  • wenn Sie zu spät zum Gespräch kommen – egal aus welchem Grund
  • wenn Sie die Namen Ihrer Gesprächspartner vergessen haben
  • wenn Sie Ihren Lebenslauf und Erfolge nicht im Kopf haben und ihn nicht kurz und knapp präsentieren können
  • wenn Sie keine genaue Vorstellung von der angebotenen Aufgabe und dem Unternehmen haben
  • wenn Sie stattdessen gleich nach dem Gehalt und sonstigen Nebenleistungen fragen
  • wenn Sie später auf die Frage Ihrer Gehaltsvorstellung keine klare Antwort geben können
  • wenn Sie den Verlauf des Gespräches diktieren wollen
  • wenn Sie den Kopf ständig nach unten neigen, die Arme vor der Brust verschränken und zu leise sprechen
  • wenn Sie den Gesprächspartner nie direkt ansehen
  • wenn Sie Kaugummi kauen, Bonbons lutschen oder Ihr Handy klingelt (und das kommt häufiger vor, als Sie glauben)
  • wenn Sie sich zu kritisch über Ihren bisherigen Arbeitgeber äußern
  • und wenn Sie keine eigenen Fragen vorbereitet haben.

Wenn Sie aber auf alle Fragen kurz aber offen, ehrlich und stets freundlich antworten sowie zielorientiert Ihre nach den Inhalten der Aufgabe und dem Umfeld stellen, dann bleiben Sie »im Rennen«.

Die Nachbereitung

Nicht jedes Gespräch kann erfolgreich verlaufen. Daher ist es für Sie sehr wichtig, jedes Gespräch zu überdenken, um aus den gemachten Fehlern zu lernen und in weitere Gesprächen noch besser vorbereitet zu gehen. Arbeiten Sie daher auf jeden Fall die folgenden Punkte unmittelbar nach dem Gespräch ab und schreiben Sie Ihre Eindrücke auf:

  • Haben Sie Ihren Nutzen genau für diese Stelle darstellen können?
  • Haben Sie zusätzliche Informationen zum Unternehmen und der Aufgabe erhalten, die Sie aufgreifen konnten?
  • Gab es Situationen oder Fragen auf die Sie nicht vorbereitet waren?
  • War Ihre Redezeit angemessen, zu kurz oder zu lang?
  • Wie war der Gesprächsverlauf (Stress, Anspannung, Angenehmes und Unangenehmes, Sympathie)?
  • Was haben Sie vereinbart?

Nur wenn Sie sich selbst auch kritisch hinterfragen können und die richtigen Konsequenzen aus den Antworten ziehen, werden Sie zukünftige Gespräche erfolgreicher durchlaufen. Und dann haben Sie mit Ihrer Strategie auch Erfolg!

2 Gedanken zu „Das Vorstellungsgespräch

  1. Mischo

    Sehr interessanter Artikel! Genauso wie bei Vorstellungsgespräch die Persönlichkeit, das Erscheinungsbild und allgemein der erste Eindruck sehr wichtig ist, ist er es auch bei der schriftlichen Bewerbung. So wie man sich zum Bewerbungsgespräch passend für den Arbeitgeber und den beworbenen Job kleidet, sollte auch schon die „Verpackung“ des Lebenslaufs stimmen, um die Chancen ins Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden, zu erhöhen.

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