Das Anschreiben, Ihr Werbeschreiben

AIDA Konzept BewerbungsanschreibenDas Anschreiben ist zwar Ihr „Werbeschreiben“. In seiner Wirkung wird es aber häufig überschätzt, denn wichtiger sind Ihr Lebenslauf und das Kompetenzprofil. Die häufig zu lesende Aussage, es wäre das wichtigste Dokument einer Bewerbung, ist schlicht falsch. Dies bestätigen mir auch immer wieder meine Personalleiterkollegen.

Trotzdem muss das Anschreiben, wie alle Bewerbungsunterlagen auch, sorgfältig erstellt und insbesondere an das Stellenangebot oder Ihren jeweiligen Nutzen für das Unternehmen individuell angepasst werden! Denn Schreiben aus Ihrem Datenspeicher fallen sofort auf.

Zeigen Sie in ihm, dass Sie verstanden haben was das Unternehmen sucht und beschreiben Sie Ihren Nutzen und Ihre bisherigen Erfolge genau für diese Aufgabe. Und bitte nicht in »Ich-Form« Ihre Vergangenheit, die liest man in Ihrem innovativen Lebenslauf.

Vermeiden Sie auf jeden Fall die häufig zu lesenden sprachlichen Allgemeinplätze wie »Ihr Stellenangebot interessiert mich« oder noch schlimmer »ich suche eine interessante Stelle, was können Sie mir bieten?«. Denn kein Entscheider sucht neue Versorgungsfälle sondern Menschen, die die Unternehmensziele mit erreichen wollen.

Stellen Sie sich vor Ihrer Bewerbung folgende Fragen:

  • Was spricht mich gerade an dieser Aufgabenstellung oder diesem Unternehmen an?
  • Erfülle ich die gesuchten Anforderungen?
  • Welche fachlichen und persönlichen Kompetenzen (als Ergebnis aus Erfahrung & Erfolg) kann ich einbringen?
  • Welchen Nutzen kann ich damit dem Unternehmen bieten?

Versetzen Sie sich dann in die Situation des Entscheiders und stellen sich dann »seine« Frage: warum sollte ich gerade diese/n Bewerber/in einladen?

Mit AIDA punkten
Bringen Sie Ihre Antworten daher aussagekräftig in kurzen und prägnanten Absätzen – auf maximal einer Seite – unter. Halten Sie sich dabei an das AIDA-Konzept aus dem Marketing:

  • Aufmerksamkeit
    Beschreiben Sie schon in der »Überschrift« kurz Ihren Nutzen für die gewünschte Aufgabe. Vermeiden Sie das Wort „Bewerbung“ oder gar ein „Betreff:“
  • Interesse
    Wecken Sie im ersten Absatz gleich das Interesse des Entscheiders in dem Sie seine dargestellten »Probleme«, aus der Stellenanzeige oder Ihren Vermutungen, aufgreifen
  • Drang
    Beweisen Sie dann Ihren Nutzen dafür mit 2 oder 3 Erfolgen, die Sie eben für diese oder eine ähnliche Aufgabe schon erzielt haben
  • Aktion
    … und stellen Sie dar, wie Sie diese neuen Aufgaben anpacken werden.

Den Schlußabsatz sollten Sie übrigens nicht mit einer Aufforderung zur Einladung oder einer Gesprächsbitte abschließen, das kann man für zu aufdringlich halten. Freuen Sie sich lieber auf eine „Kontaktaufnahme“ und wünschen Sie dann noch eine erfolgreiche Woche.

So verzichten Sie auf eine Darstellung Ihrer Vergangenheit, die eigentlich niemanden interessiert. Ihr zukünftiger Arbeitgeber will doch wissen, was sie bei ihm in der Zukunft leisten.

Und wenn Sie sich aus einer festen Stelle heraus neu orientieren, dann sollten Sie im Anschreiben auch den Wechselgrund und Ihre Kündigungsfristen nicht vergessen.

Ihr Ansprechpartner – der Entscheider
Vergessen Sie nicht, den konkreten Ansprechpartner oder die Ansprechpartnerin korrekt zu benennen. Dies muss nicht zwangsläufig der Leiter der Personalabteilung sein, häufig ist es der Entscheider der Fachabteilung. Anschreiben, die sich nur an »Sehr geehrte Damen und Herren« richten, erzeugen jedenfalls gleich zu Beginn einen uninformierten Eindruck.

Mehr als eine Seite sollte Ihr Anschreiben übrigens nicht umfassen. Wenn Sie sich an dieses Schema halten, dann haben Sie auch die gewünschte und notwendige Aufmerksamkeit, um aus der Masse der Mitbewerberungen herauszustechen.

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